Virtualisierung: Definition & Erklärung — Glossar
Was ist Virtualisierung?
Virtualisierung ist eine Technologie, die physische Hardware-Ressourcen (Prozessoren, Arbeitsspeicher, Speicher, Netzwerk) durch eine Abstraktionsschicht (Hypervisor) in logische, voneinander isolierte Einheiten — virtuelle Maschinen (VMs) — aufteilt. Jede VM verhält sich wie ein eigenständiger Computer mit eigenem Betriebssystem, ist aber von der physischen Hardware entkoppelt.
Hypervisor-Typen
Typ-1-Hypervisor (Bare-Metal): Läuft direkt auf der Hardware ohne Host-Betriebssystem. Beispiele: VMware ESXi, Microsoft Hyper-V, KVM. Maximale Performance und Sicherheitsisolierung. Standard im Rechenzentrum. Typ-2-Hypervisor (Hosted): Läuft als Anwendung auf einem Host-Betriebssystem. Beispiele: VMware Workstation, VirtualBox, Parallels. Praktisch für Entwicklungsumgebungen und Tests auf Desktop-Systemen.
Vorteile der Virtualisierung
Serverkonsolidierung: Statt 20 physischer Server mit 10 % durchschnittlicher Auslastung, 2–3 leistungsstarke Server mit 20 VMs bei 70 % Auslastung — drastische Hardware-Einsparungen. Schnelle Bereitstellung: VMs können in Minuten aus Templates erstellt werden. Snapshots: Zustand einer VM kann eingefroren und nach Fehlern wiederhergestellt werden. Isolation: Fehler in einer VM beeinflussen andere nicht. Migration: VMs können im laufenden Betrieb zwischen physischen Hosts verschoben werden (Live Migration).
Virtualisierung vs. Containerisierung
VMs virtualisieren die gesamte Hardware inklusive Gast-Betriebssystem — mehr Overhead, stärkere Isolation. Container teilen den Kernel des Host-Betriebssystems — leichter, schneller, aber weniger stark isoliert. In der Praxis koexistieren beide: Hypervisoren verwalten physische Infrastruktur, auf den VMs läuft Kubernetes für Container-Workloads. Cloud Computing basiert fundamental auf Virtualisierungstechnologien.