Stammdatenmanagement (MDM): Definition & Erklärung — Glossar
Was ist Stammdatenmanagement?
Stammdatenmanagement (engl. Master Data Management, MDM) bezeichnet den Prozess der Schaffung und Pflege einer einheitlichen, autorisierten und konsistenten Datenbasis für die kritischsten Kerndaten eines Unternehmens — typischerweise Kundendaten, Produktdaten, Lieferantendaten und Mitarbeiterdaten. Diese Stammdaten bilden die Grundlage für nahezu alle Geschäftsprozesse und Systeme.
Das Problem ohne MDM
Ohne zentrales Stammdatenmanagement entstehen Datensilos: Der gleiche Kunde ist im ERP als “Müller GmbH”, im CRM als “Müller GmbH & Co KG” und im Billing-System als “Mueller GmbH” geführt. Falsche Adressdaten führen zu Lieferproblemen, doppelte Kundensätze zu fehlerhaften Analysen, inkonsistente Produktdaten zu falschen Preisen. Schätzungen zufolge verbringen Mitarbeiter 20–30 % ihrer Arbeitszeit mit der Korrektur von Datenproblemen.
MDM-Ansätze
Registry-Ansatz: MDM-System verwaltet einen Index auf Datensätze in verteilten Quellsystemen, ohne Daten zu kopieren. Consolidation-Ansatz: Stammdaten werden aus Quellsystemen zusammengeführt, bereinigt und im MDM-Hub publiziert. Co-Existence-Ansatz: MDM-System und Quellsysteme existieren parallel mit bidirektionaler Synchronisation. Transactional MDM: Das MDM-System ist das primäre Datenerfassungssystem (Single Source of Truth).
MDM und KI
Für KI-Projekte ist MDM entscheidend: Modelle, die auf fehlerhaften oder inkonsistenten Stammdaten trainiert werden, produzieren fehlerhafte Ergebnisse. Eine saubere, deduplizierte Kunden- und Produktdatenbasis ist Voraussetzung für valide Recommender-Systeme, Churn-Vorhersagen oder Bedarfsprognosen. MDM ist daher häufig der erste Schritt vor einem KI-Implementierungsprojekt.