Redundanz (IT): Definition & Erklärung — Glossar
Was ist IT-Redundanz?
IT-Redundanz bezeichnet die mehrfache Vorhaltung von Systemkomponenten, Netzwerkverbindungen oder Datenpfaden, sodass beim Ausfall einer Komponente eine andere nahtlos übernehmen kann. Redundanz ist das grundlegende Prinzip zur Erreichung von Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit in kritischen IT-Systemen.
Arten von Redundanz
Hardware-Redundanz: Doppelte Netzteile, RAID-Festplattensysteme, doppelte Netzwerkkarten. Server-Redundanz: Mehrere identisch konfigurierte Server hinter einem Load Balancer. Netzwerk-Redundanz: Mehrere Internetanbindungen (Dual ISP), redundante Switches und Router. Standort-Redundanz: Zweites Rechenzentrum oder Geo-redundante Cloud-Regionen für Disaster Recovery. Daten-Redundanz: Synchrone oder asynchrone Datenbankreplikation auf mehrere Nodes.
Aktiv-Passiv vs. Aktiv-Aktiv
Aktiv-Passiv-Redundanz: Ein primäres System nimmt Traffic an, ein Standby-System wartet passiv. Failover erfolgt automatisch bei Ausfall des Primärsystems, verursacht aber kurze Unterbrechungen (je nach Konfiguration Sekunden bis Minuten). Aktiv-Aktiv-Redundanz: Alle Systeme nehmen gleichzeitig Traffic an, Last wird verteilt. Ausfall eines Systems wird sofort durch die anderen kompensiert — keine Unterbrechung. Aktiv-Aktiv ist teurer, bietet aber maximale Verfügbarkeit.
Kosten und Dimensionierung
Redundanz hat ihren Preis: Im Extremfall doppelte Hardware- und Betriebskosten für ein System, das im Normalfall passiv wartet. Die Dimensionierung der Redundanz sollte am Wert der Verfügbarkeit orientiert sein: Wie viel kostet eine Stunde Downtime? Für geschäftskritische Systeme sind Redundanzkosten nahezu immer geringer als Ausfallkosten. Cloud-Dienste bieten Redundanz oft als integriertes Feature zu vergleichsweise geringen Kosten.