Geschäftsprozessmanagement (BPM): Definition & Erklärung — Glossar
Geschäftsprozessmanagement (englisch: Business Process Management, BPM) ist die methodische Disziplin der Analyse, Dokumentation, Optimierung und kontinuierlichen Steuerung von Unternehmensprozessen. BPM behandelt Prozesse als strategische Assets, die systematisch gestaltet und verbessert werden müssen – nicht als gewachsene Strukturen, die man einfach hinnimmt. Für den Mittelstand ist BPM die Grundlage, um Optimierung von Geschäftsprozessen nicht dem Zufall zu überlassen.
Was umfasst Geschäftsprozessmanagement?
BPM umfasst den vollständigen Lebenszyklus eines Prozesses:
- Prozessidentifikation: Welche Prozesse existieren? Welche sind geschäftskritisch?
- Prozessanalyse: Wie läuft der Prozess tatsächlich ab? Wo entstehen Engpässe, Fehler, Wartezeiten?
- Prozessmodellierung: Den Soll-Prozess dokumentieren und visualisieren (häufig mit BPMN-Notation)
- Implementierung: Den neuen Prozess einführen – technisch und organisatorisch
- Monitoring: KPIs definieren und messen: Durchlaufzeit, Fehlerquote, Kosten pro Prozessdurchlauf
- Kontinuierliche Verbesserung: Auf Basis der Messwerte gezielt optimieren
Optimierung von Geschäftsprozessen: Häufige Hebel
Die meisten Prozesse in mittelständischen Unternehmen haben dieselben Schwachstellen:
- Manuelle Übergaben zwischen Abteilungen ohne automatische Benachrichtigung
- Doppelte Dateneingabe in mehrere Systeme
- Fehlende Transparenz über den aktuellen Status eines Vorgangs
- Papierbasierte Schritte in sonst digitalen Prozessen
- Entscheidungsengpässe: Alles wartet auf eine Freigabe
Diese Schwachstellen sind mit BPM systematisch identifizierbar und behebbar – oft ohne große Technologieinvestitionen.
BPM und Automatisierung
BPM und Prozessautomatisierung gehen Hand in Hand: Erst wenn ein Prozess klar definiert und optimiert ist, macht seine Automatisierung Sinn. Wer einen schlechten Prozess automatisiert, beschleunigt nur die Fehler. Deshalb steht BPM immer vor der Automatisierungsinitiative.
Fazit
Geschäftsprozessmanagement schafft die Grundlage für nachhaltige Effizienz. Wer seine Prozesse kennt, messen kann und systematisch optimiert, wird von Automatisierungsinitiativen deutlich mehr profitieren als wer in schwarzen Boxen arbeitet.