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Geschäftsprozesse optimieren: die richtige Reihenfolge

Geschäftsprozesse optimieren: die richtige Reihenfolge
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−30 % Prozesskosten ist die Zahl, die in unseren Projekten am häufigsten fällt, wenn ein Prozess wirklich zu Ende optimiert wird, nicht nur dokumentiert. Der Unterschied zwischen beidem entscheidet, ob Sie Ihre Prozessoptimierung am Ende in der richtigen Reihenfolge angehen oder nur ein hübsches Diagramm in einer Schublade landet.

Der häufigste Fehler zuerst: Dokumentieren statt Verändern

Viele Prozessoptimierungen scheitern nicht an der Technik, sondern an einem einfachen Missverständnis: Ein Prozess wird sauber aufgezeichnet, in ein Flowchart gepackt, präsentiert und läuft danach exakt so weiter wie vorher. Dokumentation allein verändert nichts. Der eigentliche Wert entsteht erst, wenn aus der Analyse tatsächlich Konsequenzen gezogen werden: ein Freigabeschritt wird zusammengelegt, eine manuelle Übertragung automatisiert, eine Warteschleife eliminiert.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Auftragsabwicklungsprozess ist ein Klassiker: Die Bestellung kommt per E-Mail rein, wird händisch ins Warenwirtschaftssystem übertragen, wandert zur Freigabe an eine einzelne Person und liegt dort oft tagelang, weil diese Person auch für fünf andere Prozesse zuständig ist. Eine saubere Prozessdokumentation zeigt genau diesen Ablauf, Schritt für Schritt, mit hübschen Pfeilen. Ändert sich dadurch etwas an der Wartezeit? Nein, solange niemand den Freigabeschritt tatsächlich anfasst, etwa durch eine Vertretungsregel oder eine automatische Eskalation nach 24 Stunden.

Geschäftsprozesse optimieren: die richtige Reihenfolge

Drei Schritte, in genau dieser Reihenfolge, entscheiden darüber, ob am Ende eine echte Verbesserung steht oder nur eine neue Version desselben Problems:

  1. Engpass-Mapping. An welcher Stelle warten Vorgänge am längsten? Wo entstehen die meisten Rückfragen? Welcher Schritt hängt an einer einzelnen Person? Ohne diese Bestandsaufnahme bleibt jede weitere Maßnahme ein Rätselraten. In der Praxis reicht dafür oft schon eine Woche Zeiterfassung an den kritischen Übergabepunkten, nicht am gesamten Prozess.
  2. Modellierung. Der bestehende Ablauf wird in eine klare Struktur gebracht, inklusive der konkreten Stellen, die sich ändern sollen, nicht nur einer Ist-Aufnahme. Hier entscheidet sich auch, welche Kapazitäten der neue Ablauf tatsächlich braucht, nicht nur, wie er auf dem Papier aussieht.
  3. Einführung. Bewusst als letzter Schritt: Erst wenn Engpässe bekannt und der Zielprozess modelliert ist, ergibt die technische Umsetzung überhaupt Sinn. Eine kleine Pilotgruppe vor dem vollständigen Rollout verhindert dabei, dass ein Modellierungsfehler erst im laufenden Betrieb auffällt.

Wer diese Reihenfolge vertauscht, erst ein Tool auswählt und dann den Prozess drumherum baut, löst meist nicht das eigentliche Problem, sondern verlagert es nur.

Warum die Reihenfolge trotzdem so oft vertauscht wird

Der Druck, schnell sichtbare Ergebnisse zu liefern, führt fast automatisch dorthin: Ein neues Tool lässt sich in einer Demo zeigen, ein Engpass-Mapping dagegen nicht. Dazu kommt, dass Budgetentscheidungen häufig an ein Softwareprojekt gebunden sind, nicht an eine vorgelagerte Analysephase, wodurch die Reihenfolge organisatorisch schon vor dem ersten Workshop feststeht. Das Ergebnis: Ein Tool wird eingeführt, das bestehende Workarounds lediglich in eine neue Oberfläche verlagert, statt sie aufzulösen.

Woher die Workarounds kommen, die eine Prozessoptimierung meistens aufdeckt

Beim Engpass-Mapping taucht auffällig oft dasselbe Muster auf: eine Excel-Liste neben der eigentlichen Software, ein manueller Export-Import-Umweg zwischen zwei Systemen, die eigentlich zusammengehören, oder ein Stammdatenmanagement, das in der Theorie zentral geregelt ist und in der Praxis doch an drei Stellen parallel gepflegt wird. Wir haben kürzlich in einem eigenen Artikel ausführlicher beschrieben, wann Standardsoftware im Mittelstand an ihre Grenzen stößt. Die dort beschriebenen Workarounds sind fast immer das Erste, was ein Engpass-Mapping sichtbar macht, noch bevor überhaupt über eine neue Software gesprochen wird. Häufig lassen sich solche Übergänge auch ohne Systemwechsel entschärfen, etwa über eine gezielte Workflow-Automatisierung mit n8n, die zwei bestehende Systeme sauber verbindet, statt eines von beiden zu ersetzen.

Modellierung ohne Kapazitätsplanung: der zweithäufigste Fehler

Direkt nach dem Dokumentations-statt-Veränderungs-Fehler kommt ein zweiter, der uns fast genauso oft begegnet: Ein Zielprozess wird sauber modelliert, ohne zu prüfen, ob die beteiligten Teams die dafür nötige Kapazität überhaupt haben. Ein Freigabeschritt lässt sich zusammenlegen, aber nur, wenn die zusammengelegte Rolle nicht bereits an anderer Stelle voll ausgelastet ist. Genau hier entscheidet sich, ob eine Modellierung realistisch bleibt oder ein Wunschbild produziert, das im Alltag sofort wieder aufgeweicht wird. Deshalb gehört eine ehrliche Kapazitätsabschätzung, nicht nur der Idealablauf, in jede Modellierungsphase.

Was −30 % Prozesskosten in der Praxis bedeutet

−30 % Prozesskosten ist keine abstrakte Marketingzahl, sondern das, was sich zeigt, wenn Engpässe konsequent beseitigt werden: wegfallende Wartezeiten zwischen Abteilungen, weniger manuelle Übertragungen, weniger Rückfragen durch unklare Zuständigkeiten. Nicht jeder Prozess bringt diesen Effekt in gleicher Höhe, deshalb steht das Engpass-Mapping am Anfang und nicht die Zielzahl. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich der Effekt typischerweise auf die drei häufigsten Kostentreiber verteilt:

Kostentreiber Typischer Anteil am Effekt Was sich konkret ändert
Wartezeiten zwischen Abteilungen ca. 40 % Eskalationsregeln statt unbegrenzter Liegezeit an einer Freigabe
Manuelle Übertragungen ca. 35 % Direkte Schnittstelle statt Excel-Umweg zwischen zwei Systemen
Rückfragen durch unklare Zuständigkeiten ca. 25 % Ein klar benannter Verantwortlicher pro Prozessschritt

Ein sauber geführtes Change Management entscheidet dabei oft mehr über den tatsächlichen Erfolg als die Technik selbst. Die beste Modellierung nützt wenig, wenn das Team den neuen Ablauf nicht mitträgt. Ebenso wichtig: Der Effekt muss messbar bleiben, sonst verwässert er nach wenigen Monaten wieder in alte Gewohnheiten. Ein einfaches Dashboarding der drei genannten Kennzahlen reicht meist aus, um das sichtbar zu machen, ganz ohne aufwendiges Reporting-Projekt.

Wie läuft eine Geschäftsprozessoptimierung ab?

In drei Schritten: Engpass-Mapping (wo stockt der Prozess wirklich), Modellierung (wie soll der Zielprozess aussehen, inklusive Kapazitätsplanung) und erst danach die technische Einführung, idealerweise mit einer Pilotgruppe vor dem vollständigen Rollout.

Wie lange dauert eine Prozessoptimierung?

Das hängt vom Prozess ab. Ein einzelner, klar abgegrenzter Ablauf lässt sich oft innerhalb weniger Wochen analysieren und umsetzen, größere Vorhaben planen wir typischerweise über einen 12-Monats-Zeitraum.

Reicht es, den Prozess nur zu dokumentieren?

Nein. Dokumentation allein verändert nichts, der Effekt entsteht erst, wenn aus dem Engpass-Mapping tatsächlich Änderungen am Ablauf folgen.

Braucht eine Prozessoptimierung immer neue Software?

Nein. Viele Engpässe lassen sich bereits durch eine gezielte Workflow-Automatisierung zwischen bestehenden Systemen lösen, ein Systemwechsel ist nur nötig, wenn die eigentliche Grenze in der Software selbst liegt.

Wer wissen will, wo im eigenen Betrieb der größte Engpass liegt, findet in unserer Geschäftsprozessoptimierung den passenden Einstieg, inklusive unseres 12-Monats-Plans zur Prozessanalyse.

Transparenzhinweis: Bei der Erstellung dieses Beitrags kam KI-Unterstützung zum Einsatz.

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